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Pohlia drummondii
Diese an den einzelnen rotbraunen Bulbillen leicht kenntliche Art hat ihr Hauptvorkommen in den Alpen oberhalb der Baumgrenze. Sie kommt nur vereinzelt in tieferen Lagen vor. So wurde sie im März 2011 auf der Schwermetallhalde der ehem. Grube Silberkaule S Engelskirchen (TK 2010) gefunden. |
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Lophozia longidens erstmalig im Rheinland
Die Art wurde im März 2011 an Schwermetallhalden S Engelskirchen im Berg. Land (TK 5010) an einer Erdkante unter Calluna gefunden. Sie hat rötliche Brutkörper wie L. sudetica, aber keine Zelleckverdickungen. |
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Weitere Zunahme von Orthotrichum-Arten Im Laufe der Rückkehr der Epiphyten dringen jetzt auch seltenere (früher als empfindlicher bezeichnet) Arten in ehemals Epiphytenarme Gebiete vor. O. pallens wurde in den „ Moosen“ des Rheinlandes von Düll 2x von vor 1980 aus dem Rheinland angegeben. Die Art wurde seit 1999 von Frahm 20x gefunden, zunächst im Westerwald und Hunsrück, dann in der Eifel, neuerdings mehrfach südlich Bonn und sogar am Niederrhein.
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| Orthotrichum patens war in Nordrhein-Westfalen bis 1916 nur im Bergischen Land und der Eifel 3x gefunden worden, jetzt im Kreis Mettmann und sogar am Niederrhein. Das stützt die Aussage, dass wir heutzutage mehr epiphytische Moosarten haben als in den 150 Jahren zuvor, als die Anfänge der Industrialisierung bereits die empfindlicheren Arten kaputt gemacht hatte. |
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Ulota coarctata neu für die Eifel Diese montane Art wurde im November 2009 im Perlenbachtal bei Monschau in der Eifel gefunden. |
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Sphagnum imbricatum ssp. affine Diese atlantische Heidemoorart war im Westerwald nur einmal vor Jahrzehnten von Albert Schumacher gefunden worden. Sie ist jetzt im NSG Buchholzer Heide (TK 5310/1)) bei der Nachsuche nach Sphagnum strictum gefunden worden. Näheres im Archive for Bryology No. 52. Ein weiterer Fund wurde im Ebbegebirge (TK 4812) in einem Moor bei 600 m gemacht. Die Art ist dort offenbar übersehen, da im Gelände leicht mit S. papillosum zum Verwechseln.
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Sphagnum strictum Diese Art war in Deutschland nur zwei Mal festgestellt worden und an beiden Standorten seit 50 Jahren nicht mehr wiedergefunden. Sie wurde letztens im Ebbegebirge wiedergefunden (vgl. Archive for Bryology 49) und rezent auch am 2. Standort in der Buchholzer Heide im Westerwald (TK 5310/1, vgl. Archive for Bryology 52).
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Marchantia paleacea neu für Deutschland Im Mai 2009 wurde an einer Mauer am Rhein bei St. Goar Marchantia paleacea gefunden. Die Art ist mediterran verbreitet und hatte ihre bisherige Nordgrenze der Verbreitung in Südfrankreich. Sie unterscheidet sich von M. polymorpha s. lat. nach Karl Müller durch rote Bauchschuppen. Näheres siehe in vol. 47 des Archive for Bryology (www.archive-for-bryology.com) Die Angabe ist revisionsbedürftig, da rote Bauschuppen von Paton auch für M, polymorpha angegeben werden.
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Massenausbreitung von Orthotrichum striatum in Düsseldorf Das epiphytische O. striatum ist in Nordrhein-Westfalen vor 1900 vier Mal und bis 1950 noch einmal fünf Mal gefunden worden. In Düsseldorf tritt es nach Funden von Norbert Stapper in Stadtteilen wie Garath, Benrath oder Stockum auf einmal häufig auf. Andere epiphytische Arten wie Tortula laevipila, Orthotrichum pulchellum, O. pumilum, O. speciosum, O. rupestre (s.u.), O. tenellum u.a. sind zwar auch zugewandert, jedoch nicht in dieser Häufigkeit.
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Fissidens grandifrons am Mittelrhein Die Art wurde im Februar 2009 am Mittelrhein bei St. Goar gefunden. Sie war früher am Hochrhein gefunden worden, wo sie ausgestorben ist, und zuletzt 1995 am Oberrhein nachgewiesen. Der Fund am Mittelrhein könnte daher der einzig aktuelle in Deutschland sein. Die immer sterile Wassermoosart ist in Europa selten und submediterran verbreitet. Das Vorkommen am Mittelrhein ist das nördlichste in Europa. Näheres siehe im Archive for Bryology vol. 44.
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![]() | Orthotrichum rupestre am Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Dieses auffällige Moos wurde am 6. Mai 2009 an einer Eiche südlich des Parkplatzes der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Düsseldorf gefunden, unweit des Botanischen Gartens. Davor war das Moos im Rheinland zum letzten Mal 1992 von Abts und Frahm auf einem Ethernitdach bei Kaarst gefunden worden (Düll et al. 1996). Ein paar weitere Funde in NRW beschränken sich auf Westfalen: Carsten Schmidt (1996) und Schmidt & Heinrichs (1999), siehe Meinunger & Schröder (2007; Band 3, Nr. 893). Der aktuelle Fund von O. rupestre erfolgte praktisch gleichzeitig mit neuen bzw. erstmaligen Nachweisen von O. pulchellum, O. striatum (sehr viele Poster an verschiedenen Baumarten im Düsseldorfer Süden), O. tenellum, Platygyrium repens (zuvor nicht an straßenbegleitenden Bäumen in der Stadt) und Tortula laevipila auf Düsseldorfer Stadtgebiet. Durch Klicken auf das Bild wird ein größeres Foto aufgerufen, auf dem man auch die Kalyptren sehen kann. |
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Orthotrichum tenellum im Botanischen Garten Bonn Die Art ist im Rheinland im „Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands“ mit einem Herbarbeleg nach 1980 angegeben. Leider weiß man nicht, was sich dahinter verbirgt. Seit 2007 gibt es ein Vorkommen im Botanischen Garten Bonn an Magnolia kobus zusammen mit Hypnum cupressiforme, O. affine und Dicranoweisia cirrata. Der Garten ist nicht sehr epiphytenreich, zeichnet sich aber durch ein Vorkommen von Tortula pagorum aus.
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![]() | Ricciocarpos natans (L.) Corda in der Baumberger Aue (Krs. Mettmann, MTB 4807 SW) Am Fundort in einem Altrheinarm überwiegend in der Landform auf Schlamm, November 2008. Begleiter u.a. Lemna trisulca. Durch Klicken auf das nebenstehende Bild öffnet sich eine Bildtafel von Ricciocarpos natans, angefertigt von Material vom angegebenen Fundort. Es handelt sich um den einzigen aktuell bekannten Nachweis aus dem Rheinland. Die Art war von dort insgesamt nur 10 x nachgewiesen, in den letzten 30 Jahren nur aus dem Worringer Bruch, wo das Vorkommen erloschen ist. |
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Ephemerum spinulosum 2008 in der abgelassenen Wahnbachtalsperre gefunden Diese nordamerikanische Art war vor dreißig Jahren erstmalig in Japan gefunden worden (Iwatzuki 1978) und wurde später noch öfter angegeben, dann in Irland (Holyoak 2001) und Spanien (Infante & Heras 2005). In Deutschland wurde sie von C. Schmidt erstmalig 1995 an der Sorpetalsperre nachgewiesen (Meinunger & Schröder 2007).Im August waren stellenweise Protonemen von Ephemerum entwickelt. Carsten Schmidt vermutete an Hand einer seinerzeit von Gemmen am Protonema und rudimentären Blättern in einem ihm von K. Weddeling zugesandten Herbarbeleg, dass es sich dabei um E. spinulosum handelt. Im September waren ganze Pflanzen und unreife Kapseln entwickelt. Die Art war in höheren Lagen an der in der Einleitung angegebenen Koordinate in quadratmetergroßen, olivgrünen Protonema-Überzügen vertreten.Ausführlicher Exkursionsbericht im ARCHIVE FOR BRYOLOGY Nr. 32, 2008 (runterscrollen). Durch Klicken auf das nebenstehende Bild öffnet sich eine Bildtafel von E. spinulosum. |
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Leucodon sciuroides wieder epiphytisch Leucodon sciuroides ist ein klassischer Epiphyt. Im Rheinland ist die Art im 19. Jahrhundert zuletzt an Bäumen gefunden worden, so von Sehlmeyer bei Köln, Herpell bei St. Goar, seitdem nur noch an Felsen. Düll gibt die Art wieder von 1990 -1995 4x aus der Eifel von Laubbäumen an sowie 1994 an Borke bei Bad Breisig. 2007 wurde sie bei Namedy an Apfelbaum gefunden.
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Neufund von Campylopus subulatus Diese Art hat eine eigenartige Verbreitung: sie ist in China und Japan recht verbreitet, von Nordamerika nur von 2 Stellen in Kalifornien bekannt und in Westeuropa selten. Es kann sein, dass es sich um eine holarktische Art handelte, welche in Nordamarika und Europa während des Pleistozäns ausstarb, oder um eine ostasiatische, die durch Fernverbreitung nach Nordamerika und Europa kam. Bemerkenswert ist auch, dass es sich um eine sterile Art handelt, die extrem selten Sporophyten bildet und sich nur vegetativ verbreitet (durch abfällige Stämmchenspitzen). In Deutschland kommt die Art selten nur in den Mittelgebirgen vor (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen). Im Rheinland gibt Düll 5 Nachweise aus Bergischem Land/Sauerland nach 1950 und drei davor an, erwähnt aber nur 3 im Text; aus der Eifel 2 Funde nach 1950, von denen einer im Text erwähnt wird. In Rheinland-Pfalz wurde C. subulatus am 24.6.07 in der Eifel im MTB5508 in riesigen Mengen auf dem Mittelstreifens eines Waldweges (im Traubeneichenwald) bei 480 m gefunden. Begleitarten waren Pogonatum urnigerum, Polytrichum piliferum, Scapania curta, Fossombronia wondraczekii, Atrichum undulatum. Waldwege werden auch in der Literatur als typischer Standort angegeben und deuten darauf hin, dass die Art bei uns keine eigentliche ökologische Nische an Primärstandorten hat, was bedeuten könnte, dass die Art bei uns ursprünglich nicht heimisch ist.
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| Fissidens
celticus
Rhein-Sieg-Kreis, Siegtal bei Blankenberg, kleines Bachtal neben dem Kalktufffelsen, auf Erde am Bachrand, ca. 100 m alt., MTB 5210A, Frahm 30.11.03. Diese aus England beschriebene Art ist erst im Jahre 2000 erstmalig für Deutschland aus der Westeifel angegeben worden, dann von Tautz & Weddeling im Leuscheid Eitorf gefunden worden, außerdem im Nordschwarzwald. |
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| Pterygoneurum lamellatum
Kr. Mayen-Koblenz, NE Achterspannerhöfe SE Ochtendunk,MTB 5610D,Kiesgrube, 330 m alt., 7° 25´35" E, 50° 20´23" N, Frahm 22.2.04. Diese Art war ursprünglich nur aus der Oberrheinebene bekannt. Sie war dann vor einigen Jahren bei Linz gefunden worden (Meinunger & Schröder), dann im Odertal, bei Lahnstein, und jetzt auch außerhalb des Rheintales in einer für diese Art beachtlichen Höhe. Die xerotherme Art hat also deutliche Ausbreitungstendenzen nach Norden und in höhere Lagen, welche der Klimaerwärmung zugesprochen werden können. |
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Orthotrichum
pulchellum
Ahrtal,
Langfigtal, MTB 5407D, Ahrufer, an waagerechten herabgefallenen Salix-Ästen
aus der Baumkrone,16.03.2004.
Limburg,Lahntal,
NSG Arfurter Felsen, MTB 5515C,an Salix caprea, Rhein-Sieg-Kreis,
Schmelzbachtal E Honnef, MTB 5309C, an Carpinus, 02.05.2004.
NSG
Düsseltal, Krs. Mettmann, 4707C, an Carpinus, Stapper, 12/2004.
Durch Anklicken der nebenstehenden Abbildung wird eine Bildtafel
mit Abbildungen des Materials aus dem Düsseltal geöffnet.
Diese an den langen Seten leicht
kenntliche Art war früher nur in Küstenbereichen zu finden. Seit
einigen Jahren tritt sie vermehrt im Binnenland auf. Aus der Tatsache,
dass sie dort bis in 1000 m Höhe gefunden wurde, kann geschlossen
werden, dass es sich nicht um eine Reaktion auf milde Winter handeln kann.
Da die Art an der Küste im Salzaerosolbereich wächst, reagiert
sie vielleicht im Binnenland auf die Stickstoffsalze, welche bislang durch
den Sauren Regen inaktiviert wurden. |
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Fissidens
rivularis
Kr.
Mettmann, Neandertal, Winkelsmühle, 4707C, auf Gestein am Mühlenwehr;
Neandertal östlich Bracken,4707C,auf Gestein am Bachrand, Frahm &
Stapper 31.07.2004. Durch Anklicken der nebenstehenden Abbildung wird eine
Bildtafel
mit Abbildungen des Materials aus dem Düsseltal geöffnet (1,4MB).
Dies
war das von U. Abts vor 10 Jahren entdeckte damals einzige Vorkommen dieser
eu-atlantischen Art in Deutschland. Inzwischen ist Fissidens rivularis
auch im Nordschwarzwald gefunden worden.
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Zygodon
conoideus
Kr.
Wesel, "Die Leucht" nördlich Kamp-Lintfort (4405, 6,52392°, 51,55109°),
an Sambucus und Fagus, Frahm 6. Nov. 2005.
Rhein.-Berg.
Kreis, Eifgenbachtal (4908/2, 7.14923; 51,07664), mehrfach an Eschen, einmal
in Gesellschaft mit der ebenfalls atlantisch verbreiteten Flechte Normandina
pulchella (vgl. Flechtenseite). Durch Anklicken der nebenstehenden
Abbildung wird eine Bildtafel mit Abbildungen des Materials aus
dem Eifgenbachtal geöffnet.
Diese
früher fast nur an der Küste gefundene Art breitet sich immer
mehr ins Innere Mitteleuropas aus. 2002 wurde eine aktuelle Karte nach
Umfragen gemacht, damals war die Art außer in Schleswig-Holstein
und Niedersachsen nur aus dem Saarland (allerdings massiert) bekannt. In
Nordrhein-Westfalen war Zygodon conoideus nur vor 1930 in der Eifel
nahe der belg. Grenze gefunden worden. Damit sind diese Funde keine Neufunde
für NRW, aber immerhin Neunachweise nach 80 Jahren, zudem zumindestens
im Falle des Berg. Landes nach Osten vorgeschobene.
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Ditrichum
plumbicola
Rheinland-Pfalz,
Kr. Mayen-Koblenz, Nitztal, Abraumhalde der Grube Bendisberg (7.10441°E,
50,35984°E). leg. Frahm Okt. 2005.
Dieses
Schwermetallmoos war bislang von nur 6 Stellen aus Deutschland bekannt
(Solga & Frahm, Limprichtia 20: 205). Es wurde jetzt auf der genannten
Halde an einer offenen, vegetationsfreien Stelle neu entdeckt.
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Tortula
pagorum breitet
sich weiter aus
Dieser
submediterrane Neophyt (Heimat Australien) war Ende der Achtziger Jahre
am Bodensee gefunden worden, dann in Freiburg, in den Neunzigern an der
Mosel und schließlich in Bonn. Dort wächst die Art bis heute
in Menge an einer Silberpappel sowie in kleinen Quantitäten im Botanischen
Garten. Jetzt wurde Tortula pagorum in Bonn am 17.12.05 an zwei
Hainbuchen direkt an der B9 gefunden, tags darauf an einer Silberweide
in Grafenwerth bei Honnef und wieder tags darauf auf Pappel in Honnef am
Fähranleger. Die Ausbreitung dieser Arten wurde schon vor 7 Jahren
als Indiz für den Klimawandel belegt, was damals vehement von anderen
Bryologen bestritten wurde. Die Art profitiert wohl auch von der Luftdüngung:
an allen Standorten wuchs sie mit Orthotrichum diaphanum zusammen, z.Tl.
auch mit Tortula muralis und Bryum argenteum,…
Durch Anklicken der nebenstehenden Abbildung wird eine Bildtafel mit Mikro- und Makroaufnahmen des Materials aus Bonn/B9 geöffnet. |
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Rhynchostegium rotundifolium im Ahrtal Am 22.3.2006 fand ich im NSG Langfigtal bei Altenahr (TK ) R. rotundifolium an basenreichem Schieferfelsen in Begleitung von Basenzeigern wie Anomodon viticulosus, Taxiphyllum wisgrillii, Neckera complanata etc. Dieser Fund ist offenbar neu und nicht bislang übersehen, denn einerseits ist die Moosflora dieses NSG Ahrschleife bei Altenahr monografisch erfasst und zudem liegen diese Felsen direkt am Wanderweg und sind von mir in den letzten zehn Jahren vielfach auf Exkursionen mit Studenten aufgesucht worden. Die nächsten Fundorte liegen in Bad Münstereifel, Godesberg und Rolandseck, immer (und wie auch a.a.O. im Rheintal oder Elsaß) mit Burgen assoziiert. Das kann seinen Grund darin haben, dass diese Art leicht nitrophil ist. Auch Vorkommen, die nicht an Burgen liegen, sind zumeist unter Sambucus oder Urtica. Die Stickstoffdüngung kommt daher, dass man im Mittelalter die Abfälle einfach über die Burgmauer entsorgt hat (vgl. „Der Name der Rose“). Vielleicht ist dieses neue Vorkommen ein Indiz für das Vordringen weiterer Nitrophyten, die heute durch die Luftdüngung gefördert werden und genau wie Orthotrichum diaphanum an Stellen vorkommen, an denen scheinbar kein direkter Stickstoffeinfluss auszumachen ist. (JPF)
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Neufunde von Pottia davalliana Rheinland-Pfalz Kr. Ahrweiler,
Heimerzheim (Ahrtal), Weinberge oberhalb Ehlingen (TK 5409/3), 120 m, 7,19984 E,
50,54477 N, leg. Frahm 25.2.2006. Kr. Neuwied, Erpeler Ley, Südhang auf übererdetem
Basalt (TK 5409/1), 7.24838 E, 50.58295 N, leg. Frahm 25.3.2006. Diese submediterrane Art ist aus den letzten 25 nur zwei Mal von Düll vom Rheinland aus der Kalkeifel angegeben worden. Das mag aber auch daran liegen, dass diese Art mit P. starkeana einen ziemlich undurchsichtigen Komplex von verschiedenen Varietäten bildete, die bald zu der einen, bald zu der anderen Art gezogen wurden und sich durch die Form des Kapseldeckels als auch des Vorhandensein bzw. Fehlens eines normalen oder auch nur rudimentären Peristoms unterscheiden sollten. Smith hat in der 2. Auflage seiner „Mossflora of Britain and Ireland“ beide Arten nur noch an Hand der Sporenornamentierung unterschieden., da allerdings auch Übergangsformen angegeben, welche als Hybride interpretiert werden. Wahrscheinlich sollte man einfacher nur von einem P. starkeana Aggregat ausgehen. Aufgrund dieser Konfusion ist der Fund von der Erpeler Ley früher als P. starkeana publiziert worden. (JPF)
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Ausbreitung von Pottia
bryoides Pottia
bryoides gehört als submediterrane Art zu den Wärmezeigern in unserer Moosflora.
Sie kommt zur Hauptsache am Mittelrhein, in Rheinhessen, der Bergstraße und im
Neckar sowie Bodenseegebiet vor. In seiner „Moosflora der nördlichen
Eifel“ gibt Düll diese Art nur von 5 Funden aus den letzten Jahrzehnten an
und bezeichnet sie als vom Aussterben bedroht. In den letzten 10 Jahren wurde P.
bryoides an 14 Fundorten allein im Gebiet südlich Bonns gefunden, davon
entfallen 10 auf das Ahrtal, wo P. bryoides heute ein fester Bestandteil der
Moosflora in den Weinbergen ist und dort zum Teil auch in großen Mengen
vorkommt. Im Zusammenhang mit Neufunden von Tortula vahliana und T. marginata,
Pottia recta oder Scleropodium cespitans ist ein Bezug um Klimawandel wohl kaum
noch auszuschließen.
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Tortula
virescens wieder epiphytisch Tortula virescens (Syntrichia pulvinata) ist eine Art, die ursprünglich überwiegend epiphytisch vorkam: “an alten Bäumen, seltener auf Gestein” (Mönkemeyer 1927); an alten Bäumen, selten auf Mauern” (Feld 1957), dann aber als Folge des Sauren Regens auf (säuregepuffertes) Gestein wechselte: „im Rheinland anscheinend allein auf Felsen und Mauern“ (Düll 1980); „fast nur im Kalkgebiet an Borke, sonst an Mauern (Düll 1995). Nach eigenen Erfahrungen wurden von 16 Funden im Rheinland aus der Zeit 1995-2006 6 auf Diabas und Basaltfelsen gemacht, 6 an Mauern, 3 an Schiefer und 1 an der Basis einer Platane. Im April 2006 wurde nun ein Fund an Borke von Salix am Rheinufer in einem Auenwald gegenüber Wesseling (TK 5107/4, 6,98279°E, 50,83834° N) gemacht. Die Situation ist dort (mit Orthotrichum diaphanum, Grimmia pulvinata und Tortula muralis epiphytisch sowie Phaeophyscia orbicularis) deutlich stickstoffbeeinflusst, zumal gegenüber der Raffinerie in Wesseling. Auch der Fund an einer Hundeurin-gedüngten Baumbasis in Bonn deutet vielleicht auf nährstoffreiche Tendenzen der Art. Wegen der Sterilität könnte sich T. virescens erst mit Verspätung unter die von eutrophierenden Luftschadstffen geförderten Arten eingereiht haben.
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Buxbaumia aphylla nach 50
Jahren in NRW wiedergefunden Buxbaumia aphylla war vor 1950 noch aus diversen Messtischblattquadranten speziell des Bergischen Landes, seltener der Eifel bekannt und verschwand dann. In der Umgebung Bonns hat Buchloh die Art noch Anfang der Fünfziger Jahre im Ennert und Kottenforst gefunden, wie aus einem Manuskript aus seinem Nachlass hervorgeht. Das Verschwinden kann mit dem Sauren Regen in Verbindung gebracht werden, der u.U. den Symbiosepilz der Art geschädigt hat. Auf einer Studentenexkursion der Universität Bonn am 2.12.2006 fand Rossarin Pollawatn ein Exemplar wieder in einer Sandgrube am Nordrand der Wahner Heide, Sebastian Hess dann eine Gruppe von 7 Individuen, alle sehr großwüchsig und vital. Eigenartiger Weise waren die Kapsel noch unreif und nicht entdeckelt, was entweder sehr früh oder sehr spät ist. Darüber gehen die Angaben auch auseinander: „Capsules spring to autumn“ (Smith), „mature in summer“ (Nyholm), „Reife im April und Mai“ (Limpricht).(Foto N. Stapper)
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3. Nachweis von Riccia Beyrichiana in NRW
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| JP Frahm / BOTANISCHER ARBEITSKREIS BONN (2005/2009) |