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![]() | Candelaria concolor (Dickson) Stein Das besoderen an dieser hübschen, kleinen Blattflechte, die vor rund zehn Jahren noch selten war, ist die Geschwindigkeit, mit der sie das Rheinland erobert hat. Bezogen auf die Anzahl besiedelter Bäume ist sie im Zeitraum 2003 bis 2009 drei- bis fünfmal häufiger geworden! Nur Hyperphyscia adglutinata ist im gleichen Zeitraum entlang der Rheinschiene ähnlich stark häufiger geworden. Candelaria concolor erreicht teilwese sehr hohe Deckungsgrade. So ist im NSG Bürgeler Wiesen (Urdenbacher Rheinbogen) ein Baum ringsum vom Boden bis in mindestens 5 m Höhe lückenlos von dieser schönen kleinen Blattflechte überzogen. Gründe für die Zunahme dieser Art im Rheinland, in Niedersachsen (de Bruyn et al. 2009) sowie in den Niederlanden sind möglicherweise milde Winter und vielleicht auch das hohe Nährstoffangebot über die Luft. Nach Südosten hin (Hessen) wird C. concolor deutlich seltener. Durch Klicken auf das kleine Bild öffnet sich eine Bildtafel, die C. concolor stark vergrößert zeigt. Man erkennt jetzt, dass die Oberfläche keineswegs glatt ist, sondern "gepunktet" aufgrund kristalliner Ablagerungen. |
![]() | Parmotrema reticulatum (Taylor) Choisy Diese durch eine netzartige Oberfläche charakterisierte Blattflechte wurde im Spätherbst 2008 in Düsseldorf-Garath nachgewiesen. Parmotrema reticulatum ist eine ozeanische Art des südlichen Westeuropas, die noch nie zuvor in Nordrhein-Westfalen gefunden worden ist. WIRTH (1995) gibt sie noch als "in Mitteleuropa ausgestorben" an, rezente Vorkommen in den Niederlanden und Belgien (DIEDERICH et al. 2008). Der Rand der Loben ist mit Cilien besetzt, Maculae, wie bei P. pseudoreticulatum gibt es nicht, ebenso keine Rhizinen-freie Zone, sondern Rhizinen bis unmittelbar an den Rand der Lobenunterseite. Chemie: Mark C-, K+ gelb nach rot umschlagend (ähnlich wie bei Flavoparmelia soredians), P+ orange. |
![]() | Physcia tribacioides Nyl. Im Gelände auffallend helle, ungefleckte Blattflechte mit hellgrauer Oberfläche, flächenständigen Soralen und heller Unterrinde. Der Querschnitt durch den Thallus zeigt die paraplectenchymatische Unterrinde mit Lumina um die 5 Mikrometer. Durch Klicken auf das Bild öffnet sich eine größere Version. Das in Düsseldorf gefundene Material ähnelt Belegen der Art aus Amersfoort und Doetinchem (NL; hb. Spier). Die Abgrenzung zu Ph. tribacia ist kritisch, die Markreaktion auf KOH kein verlässliches Unterscheidungsmerkmal. Die Sorale sind nicht blaugrau wie bei Physcia caesia, die auf Bäumen im Rheinland sehr häufig und durch Nährstoffeintrag gefördert wird. Die im Rheinland ebenfalls häufige, nitrophytische Ph. dubia besitzt eine prosoplectenchymatische Unterrinde. Physcia tribacioides ist im warmozeanischen Gebiet von Wales über Westfrankreich (Bretagne, Finistère) bis nach Südspanien beheimatet und war bisher in Deutschland nur von einer einzigen Lokalität in der Südpfalz bekannt (JOHN 1990). Inzwischen wurde sie dreimal im Süden von Düsseldorf nachgewiesen, zuerst 2003 im Stadtteil Benrath und zuletzt im Winter 2009/09 in Garath. In den Niederlanden wird Physcia tribacioides in jüngster Zeit öfter gefunden (VAN HERK et al. 2002), während aus Belgien, Luxemburg und Nordostfrankreich belegte Nachweise noch fehlen. |
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Normandina
pulchella (Borrer) Nyl.
Rhein.-Berg. Kreis, Eifgenbachtal (4908/2, 7.14923; 51,07664), Dezember 2005, mehrfach an Eschen über Moosen, u.a. auf Hypnum cupressiforme, Frullania dilatata und einmal auf Zygodon conoideus (Dicks.) Hook. & Tayl. (vgl. Moosseite). Dezember 2006 einmal über Moosen an Bergahorn im Königsforst östlich von Köln-Heumar. Kosmopolit, wächst epiphytisch auf bemoosten Stämmen von Laubbäumen in Wäldern und Parks, selten auf Borke direkt, sondern meist auf Moosen oder (seltener) Flechten. In Nordrhein-Westfalen jetzt seit 1880 zum ersten Mal wieder nachgewiesen. Nächste Vorkommen im Ahrtal und an der Sauer in Rheinland-Pfalz, wo die Art laut JOHN (1990) vom Aussterben bedroht ist. Nach Süden zu in Baden-Württemberg etwas häufiger. |
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Parmotrema stuppeum
(Taylor) Hale
Rhein.-Berg. Kreis (4909/1), Krs. Kleve (Goch, 4303/1), Krs. Düren (Schmidt, 5304/1), an freistehenden Eschen und Weide; Funde im Rahmen einer landesweiten Kartierung 2000/2001. In Deutschland sehr seltene, epiphytische Blattflechte an freistehenden Bäumen oder in lichten Wäldern. Da sie der verwandten Parmotrema chinense (Osbeck) Hale & Ahti sehr stark ähnelt ist sie leicht zu übersehen. Ihr Mark verfärbt sich jedoch nach Auftupfen von KOH gelb und dann rot, während es bei P. chinense bei der gelben Reaktion bleibt. Laut WIRTH (1995) ist P. stuppeum "wärmeliebender" als P. chinense, die sich seit 1995 in NRW ausgebreitet hat. In NRW ist außer den drei o.g. Funden derzeit nur einer aus dem Elmpter Wald bekannt sowie ein Herbarbeleg (MSTR) aus dem 19. Jahrhundert (HEIBEL, 1999). Nachtrag 2008: Der Fund aus der Eifel (MTB 5304/1, nebenstehendes Bild) entpuppte sich im Nachhinein als Parmotrema pseudoreticulatum und wird auf Basis des Beleges als neu für Deutschland angegeben (Aptroot & Stapper 2008). Dieses und weitere inzwischen in Norddeutschland, Belgien und den Niederlanden gefundene Exemplare waren irrtümlich als Parmotrema stuppeum bezeichnet worden. Sie unterscheiden sich von "echter" P. stuppeum jedoch durch den Besitz von Maculae, und von P. reticulatum durch eine breite, von Rhizinen freie Zone entlang des Thallusrandes (Aptroot et al. 2008). |
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Vulpicida pinastri
(Scop.) Mattsson & Lai (syn.
Cetraria
pinastri [Scop.] Gray).
TK 5008 Köln Mülheim, Nordrand der Wahner Heide an Borke von Corylus, Böschung einer Senke südl. der BAB 3, ca. 50m üNN, Dez. 2006. Hellgrün-gelbe, rosettenbildende Blattflechte mit leuchtend-zitronengelben Randsoralen. Verbreitungsschwerpunkt im kalttemperierten borealen Klima sowie in arktisch-alpinen Gebieten. In NRW war die Flechte nie häufig und auf die Höhenlagen der Eifel (verschollen), des Sauerlandes (nur wenige aktuelle Vorkommen) und der nordöstlichen Gebirgsregionen beschränkt und wahrscheinlich durch Luftverschmutzung und veränderte Landnutzungsformen seltener geworden. Das Vorkommen am Fundort beruht wahrscheinlich auf der sehr früh in der Nacht einsetzenden Kaltluftbildung am Westrand der Senke. |
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Thelocarpon epithallinum
Leighton ex. Nylander (viele
Synonyme).
Anklicken des Bildes öffnet eine größere Version. Fotos: NJ Stapper Fundort: Kirchhundem-Emlinghausen, NRW/Sauerland/Kreis Olpe, TK 4914/NW, 370 müNN, an einer Wegböschung. Gefunden von DG Zimmermann. Weitere Funde in NRW, u.a. bei Lüdenscheid auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, auch an einer Wegböschung. Beschreibung des Fundes:
T.
epithallinum = gelbe "Früchte" wächst auf Arthrorhaphis
grisea, und diese wiederum auf Baeomyces rufus, unteres Substrat
ist saurer Erdboden. Der braune Untergrund unter T. epithallinum
ist das untergegangene Lager von B. rufus. Somit ist Baeomyces
rufus der Wirt von
Arthrorhaphis grisea und diese wiederum die
Wirtin von Thelocarpon epithallinum.
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| NJ Stapper / BOTANISCHER ARBEITSKREIS BONN (2005/2009) |